PRESSEMITTEILUNG

Chef­sa­che Nach­hal­tig­keit: Ham­bur­ger Senat muss jetzt handeln

Nach­hal­tig­keits­fo­rum Ham­burg for­dert Nach­hal­tig­keit als Leit­prin­zip für eine zukunfts­fä­hi­ge Ham­bur­ger Politik

Ham­burg, 29. Novem­ber 2019 – Nach­hal­tig­keit ist für den Wirt­schafts- und Wis­sen­schafts­stand­ort Ham­burg ein zen­tra­les Zukunfts­the­ma. Die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels, der Res­sour­cen­ver­knap­pung und der zuneh­men­den sozia­len Ver­wer­fun­gen sind auch in der Metro­pol­re­gi­on Ham­burg so groß wie nie zuvor. Dabei trägt Ham­burg in star­kem Maße selbst zum Kli­ma­wan­del und zur sozia­len Ungleich­heit bei. Des­halb for­dert das vom Senat beauf­trag­te Nach­hal­tig­keits­fo­rum Ham­burg den Ham­bur­ger Senat auf, das Regie­rungs­pro­gramm kon­se­quent am über­grei­fen­den Ziel der Nach­hal­tig­keit als Leit­prin­zip in allen Berei­chen und bei allen Ent­schei­dun­gen aus­zu­rich­ten. Hier­bei muss eine aus­rei­chen­de Ein­be­zie­hung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger aller sozia­len Grup­pen sicher­ge­stellt werden.

„Die Stadt Ham­burg hat sich zwar zur Umset­zung der 17 Zie­le für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung der UN (SDGs) ver­pflich­tet und auch die gemein­sa­me Bund-Län­der-Erklä­rung unter­zeich­net, jedoch weder per­so­nell noch finan­zi­ell oder stra­te­gisch bis­her die Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen, dem Reden auch effek­ti­ve Maß­nah­men fol­gen zu las­sen. Lip­pen­be­kennt­nis­se rei­chen nicht mehr aus. Jetzt ist ent­schlos­se­nes Han­deln gefor­dert, beton­ten die Spre­che­rin­nen des Nach­hal­tig­keits­fo­rums Ham­burg Dr. Delia Schind­ler und Kat­ja Karger.

Um einen Rich­tungs­wech­sel zur Nach­hal­tig­keit zu erzie­len, ist Vor­aus­set­zung, dass die Idee der Nach­hal­tig­keit zur Rah­men­steue­rung der Poli­tik genutzt wird. Hier­für braucht es eine kohä­ren­te stra­te­gi­sche Schwerpunktsetzung.

Ein Moni­to­ring- und Berichts­sys­tem mit Zie­len und Indi­ka­to­ren, das der Ham­bur­ger Senat bis Ende 2018 ange­kün­digt hat, ist bis zum heu­ti­gen Zeit­punkt nicht beschlos­sen. Um die Fort­schrit­te bei der Umset­zung der SDG in Ham­burg mes­sen zu kön­nen, plä­diert das Nach­hal­tig­keits­fo­rum Ham­burg für einen über­schau­ba­ren Kern­ka­ta­log von weni­gen Indi­ka­to­ren mit kla­ren Ziel­wer­ten und Fris­ten sowie ergän­zen­den Spe­zi­al­in­di­ka­to­ren für ein­zel­ne Berei­che. Als über­grei­fen­de zusam­men­ge­setz­te Indi­ka­to­ren schlägt das Nach­hal­tig­keits­fo­rum Ham­burg den öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck für Ham­burg und den Ham­bur­ger Wohl­fahrts­in­dex vor. Ein sol­ches Moni­to­ring­sys­tem gilt als Herz­stück einer Nachhaltigkeitsstrategie.

Ham­burg hat eine glo­ba­le Ver­ant­wor­tung bei der Kli­ma­po­li­tik. Des­halb erwar­tet das Nach­hal­tig­keits­fo­rum Ham­burg von der Fort­schrei­bung des Ham­bur­ger Kli­ma­plans, dass er nicht nur die Freie und Han­se­stadt Ham­burg zum Vor­bild macht, son­dern eine Len­kungs- und Ori­en­tie­rungs­funk­ti­on auf ande­re Grup­pen, Bran­chen und Insti­tu­tio­nen aus­übt. Dabei ist wich­tig, dass die Reduk­ti­ons­zie­le auf Lan­des­ebe­ne mit sek­tor­spe­zi­fi­schen Teil­zie­len für Ver­kehr, Gebäu­de, Ener­gie­pro­duk­ti­on etc. und dazu­ge­hö­ri­gen Maß­nah­men hin­ter­legt wer­den. Das Nach­hal­tig­keits­fo­rum erwar­tet von der Lei­stel­le Kli­ma die Ein­füh­rung von Indi­ka­to­ren, mit denen – trans­pa­rent auch für die gesell­schaft­li­chen Akteu­re — die Ziel­er­rei­chung im Umset­zungs­pro­zess bran­chen­be­zo­gen gemes­sen wer­den kann.

Teil­ha­be und sozia­ler Zusam­men­halt sind wesent­li­che Ele­men­te einer Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie. Grund­vor­aus­set­zung sind eine men­schen­wür­di­ge Exis­tenz, gute Arbeit, Chan­cen­gleich­heit und Par­ti­zi­pa­ti­on. Dar­aus erge­ben sich ver­schie­de­ne Unter­zie­le, wie z.B. per­sön­li­che Ent­fal­tungs- und Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten, Mit­be­stim­mung an (Entscheidungs-)Prozessen in allen Berei­chen der Gesell­schaft ein­schließ­lich der Wirt­schaft. Die­sem Anspruch muss auch die Stadt Ham­burg gerecht werden.

Nach­hal­tig­keit erfor­dert sek­tor­über­grei­fen­de Lösun­gen. Die kom­ple­xen Wir­kungs­zu­sam­men­hän­ge kön­nen nicht nur inner­halb der Refe­rats­zu­stän­dig­kei­ten bear­bei­tet, son­dern müs­sen als Chef­sa­che zen­tral vom Ham­bur­ger Senat koor­di­niert wer­den. Des­halb for­dert das Nach­hal­tig­keits­fo­rum Ham­burg den Senat auf zu prü­fen, wel­che Maß­nah­men und Instru­men­te jen­seits von Legis­la­tur­pe­ri­oden Gewähr bie­ten, dass Ham­bur­ger Poli­tik die pla­ne­ta­ren Gren­zen und die Wir­kun­gen von Kon­sum und Wirt­schaft für die Umwelt und die Men­schen über­all auf der Welt effek­tiv berücksichtigt.