Das Nach­hal­tig­keits­fo­rum Ham­burg als das vom Ham­bur­ger Senat vor zwei Jah­ren ein­ge­setz­te Gre­mi­um möch­te die Teilnehmer*innen der Koali­ti­ons­ge­sprä­che an Ihr Ver­spre­chen vom 6. Juni 2019 erin­nern, „das Leit­prin­zip der Nach­hal­tig­keit… kon­se­quent zur Gel­tung“ zu brin­gen. Ham­burg hat die „Gemein­sa­me Erklä­rung von Bund und Län­dern“ unter­schrie­ben: „Wir wer­den unser poli­ti­sches Han­deln in Bund und Län­dern an den Prin­zi­pi­en einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung, wie sie in der Deut­schen Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie ent­hal­ten sind, ausrichten.“

 

Nach­hal­tig­keit ist für den Wirt­schafts- und Wis­sen­schafts­stand­ort Ham­burg ein zen­tra­les Zukunfts­the­ma und muss des­halb sys­te­ma­tisch und nicht „neben­bei“ ver­folgt wer­den. Die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels, der Res­sour­cen­ver­knap­pung und der zuneh­men­den sozia­len Ver­wer­fun­gen wer­den künf­tig auch in der Han­dels­stadt Ham­burg signi­fi­kant spür­bar sein. Dabei trägt Ham­burg in star­kem Maße selbst zum Kli­ma­wan­del und zur sozia­len Ungleich­heit bei.

 

  • Des­halb for­dert das Nach­hal­tig­keits­fo­rum Ham­burg den künf­ti­gen Ham­bur­ger Senat auf, das Regie­rungs­pro­gramm kon­se­quent am über­grei­fen­den Ziel der Nach­hal­tig­keit als Leit­prin­zip in allen Berei­chen und bei allen Ent­schei­dun­gen auszurichten.
  • Hier­bei muss eine aus­rei­chen­de Ein­be­zie­hung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger aller sozia­len Grup­pen sicher­ge­stellt wer­den. „Die Stadt Ham­burg hat sich zwar zur Umset­zung der 17 Zie­le für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung der UN (SDG) ver­pflich­tet und auch die gemein­sa­me Bund-Län­der-Erklä­rung unter­zeich­net, jedoch bis­lang weder per­so­nell noch finan­zi­ell oder­stra­te­gisch die Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen, dem Reden auch effek­ti­ve Maß­nah­men fol­gen zu las­sen. Lip­pen­be­kennt­nis­se rei­chen nicht mehr aus. Jetzt ist der Zeit­punkt, den Wor­ten auch Taten fol­gen zu las­sen“, betont die Spre­che­rin des Nach­hal­tig­keits­fo­rums­Ham­burg Dr. Delia Schind­ler. Der Ham­bur­ger Kli­ma­plan ist ein ers­ter Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung, wei­te­re müs­sen drin­gend folgen.
  • Um einen Rich­tungs­wech­sel zur Nach­hal­tig­keit zu erzie­len, ist Vor­aus­set­zung, dass die Idee der Nach­hal­tig­keit zur Rah­men­steue­rung der Poli­tik genutzt wird. Hier­für braucht es eine kohä­ren­te stra­te­gi­sche Schwerpunktsetzung.
  • Ein ver­bind­li­ches Moni­to­ring- und Berichts­sys­tem mit Zie­len und Indi­ka­to­ren, das der Ham­bur­ger Senat bereits bis Ende 2018 (Druck­sa­che 21/9700) ange­kün­digt hat­te, ist bis zum heu­ti­gen Zeit­punkt nicht beschlos­sen. Des­halb muss es Bestand­teil des Koali­ti­ons­ver­tra­ges wer­den, um nicht als hoh­les Ver­spre­chen zu den Akten gelegt zuwer­den. Als über­grei­fen­de zusam­men­ge­setz­te Indi­ka­to­ren schlägt das Nach­hal­tig­keits­fo­rum­Ham­burg den öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck für Ham­burg und den Ham­bur­ger Wohl­fahrts­in­dex vor.
  • Ham­burg hat eine glo­ba­le Ver­ant­wor­tung bei der Kli­ma­po­li­tik. Das Nach­hal­tig­keits­fo­rum erwar­tet von der Lei­stel­le Kli­ma die Ein­füh­rung von Indi­ka­to­ren, mit denen – trans­pa­rent auch für die gesell­schaft­li­chen Akteu­re — die Ziel­er­rei­chung im Umset­zungs­pro­zess bran­chen­be­zo­gen gemes­sen wer­den kann.
  • Teil­ha­be und sozia­ler Zusam­men­halt müs­sen gestärkt wer­den. Grund­vor­aus­set­zun­gen sind eine men­schen­wür­di­ge Exis­tenz, gute Arbeit, Chan­cen­gleich­heit und Par­ti­zi­pa­ti­on. Dar­aus erge­ben sich ver­schie­de­ne Unter­zie­le, wie z.B. per­sön­li­che Ent­fal­tungs- und Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten, Mit­be­stim­mung an (Entscheidungs-)Prozessen in allen Berei­chen der Gesell­schaft ein­schließ­lich der Wirt­schaft. Die­sem Anspruch muss auch die Stadt Ham­burg gerecht werden.

 

Nach­hal­tig­keit erfor­dert sek­tor­über­grei­fen­de Lösun­gen. Die kom­ple­xen Wir­kungs­zu­sam­men­hän­ge kön­nen nicht nur inner­halb der Refe­rats­zu­stän­dig­kei­ten bear­bei­tet, son­dern müs­sen als Chef­sa­che zen­tral vom Ham­bur­ger Senat koor­di­niert und für ent­ste­hen­de Ziel­kon­flik­te adäqua­te Pro­zes­se auf­ge­baut wer­den. Das Nach­hal­tig­keits­fo­rum Ham­burg for­dert in den Koali­ti­ons­ver­trag die Prü­fung auf­zu­neh­men, wel­che Maß­nah­men und Instru­men­te jen­seits von Legis­la­tur­pe­ri­oden Gewähr bie­ten, damit die Ham­bur­ger Poli­tik pla­ne­ta­re Gren­zen und die Wir­kun­gen von Kon­sum und Wirt­schaft für Umwelt und Men­schen über­all auf der Welt effek­tiv und ver­bind­lich berück­sich­tigt.

 

Das Nach­hal­tig­keits­fo­rum Ham­burg als zivil­ge­sell­schaft­li­ches Gre­mi­um, in dem alle rele­van­ten Inter­es­sen der Stadt gebün­delt sind, steht als „watch­dog“ und bera­ten­des Gre­mi­um zur kon­struk­tiv-kri­ti­schen Beglei­tung bereit.

Das voll­stän­di­ge Schrei­ben fin­den Sie hier