Nach­do­ku­men­ta­ti­on: Bran­chen­aus­tausch zum Lieferkettengesetz

Das Nach­hal­tig­keits­fo­rum Ham­burg (NFH) tausch­te sich am 20. Okto­ber 2021 online mit drei Expert*innen zu fol­gen­den Fra­gen rund um das kom­men­de natio­na­le Lie­fer­ket­ten- sorg­falts­pflich­ten­ge­setz aus: Wel­chen Her­aus­for­de­run­gen steht die Wirt­schaft bei der Umset­zung des Lie­fer­ket­ten­ge­set­zes gegen­über? Wel­che Ziel­kon­flik­te gibt es und wie kön­nen die­se über­wun­den wer­den? Was beinhal­tet der euro­päi­sche Vor­schlag?  

Das Deut­sche Lie­fer­ket­ten­ge­setz ist beschlos­sen und gilt ab 2023 für vie­le Ham­bur­ger Unter­neh­men — auch klei­ne und mitt­le­re Betrie­be mit inter­na­tio­na­len Han­dels­be­zie­hun­gen müs­sen als Zulie­fe­rer men­schen­recht­li­che und umwelt­be­zo­ge­ne Sorg­falts­pflich­ten noch stär­ker beach­ten und Stra­te­gien zur Vor­beu­gung und Been­di­gung von Risi­ken ent­wi­ckeln und umset­zen.  

Neben den natio­na­len Ent­wick­lun­gen ist auch ein euro­päi­sches Gesetz in Dis­kus­si­on, das Umwelt- und Sozi­al­stan­dards „jus­ti­tia­bel“ in der gesam­ten Lie­fer­ket­te durch­set­zen soll. Bernd Lan­ge, MdEP und Vor­sit­zen­der des Aus­schus­ses für inter­na­tio­na­len Han­del, ist zuver­sicht­lich, dass ein EU-Gesetz durch das Par­la­ment und den Rat beschlos­sen wird, da “ins­be­son­de­re die Staa­ten, die bereits eine natio­na­le Gesetz­ge­bung haben, gro­ßes Inter­es­se dar­an haben, in der EU Wett­be­werbs­gleich­heit her­zu­stel­len“, auch wenn die Mehr­heits­ver­hält­nis­se im Euro­päi­schen Rat aktu­ell noch schwer abschätz­bar sei­en. „Die ILO-Kern­ar­beits­nor­men wur­den bereits wei­test­ge­hend durch die Staa­ten akzep­tiert: Es geht jetzt um die Umset­zung und Durch­set­zung!“. Inves­ti­tio­nen in Arbeits­plät­ze im glo­ba­len Süden müs­sen erhal­ten blei­ben, „aber eben in gute Arbeit“, so Lan­ge. Er berich­tet in einem 9‑Punk­te-Plan auch über Sank­tio­nier­bar­keit, Anfor­de­run­gen an Bericht­erstat­tung und die mög­li­che Gleich­stel­lung von Zer­ti­fi­zie­run­gen.  

Caro­lin Grü­ning, Bera­te­rin für Green Eco­no­my bei adel­phi con­sult, und Mal­te Dre­wes, Bera­ter beim Hel­pdesk Wirt­schaft & Men­schen­rech­te, stel­len Mög­lich­kei­ten vor, wie die Umset­zung funk­tio­nie­ren kann: Wel­che Risi­ken gibt es ent­lang der Lie­fer­ket­ten und wie kön­nen die­se durch Unter­neh­men bewer­tet wer­den? Was wird von Unter­neh­men erwar­tet und wel­che Infor­ma­ti­ons­quel­len und Tools gibt es, die auch KMUs ohne per­so­nal­star­ke Nach­hal­tig­keits­ab­tei­lung dabei unter­stüt­zen, Men­schen­rech­te zu stär­ken und Umwelt­ri­si­ken zu mini­mie­ren?  

Die voll­stän­di­ge Auf­zeich­nung der Ver­an­stal­tung mit den Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen und wei­te­re Punk­te kann hier ein­ge­se­hen wer­den: 

Veranstaltungen 

Die Prä­sen­ta­tio­nen der Referent*innen kön­nen Sie hier einsehen:

NFH_Branchenaustausch_Präsentation Grü­ning adelphi

NFH_Branchenaustausch_Präsentation Dre­wes Hel­pdesk WiMR

Wei­ter­füh­ren­de Informationen

  • Hel­pdesk Wirt­schaft & Men­schen­rech­te: Sie möch­ten Ihre Lie­fer- und Wert­schöp­fungs­ket­ten umwelt­scho­nend und sozi­al­ver­träg­lich gestal­ten? Dann ist der Hel­pdesk Wirt­schaft & Men­schen­rech­te der rich­ti­ge Ansprech­part­ner. Als kos­ten­frei­es Unter­stüt­zungs­an­ge­bot der Bun­des­re­gie­rung berät der Hel­pdesk Unter­neh­men jeder Grö­ße zur Umset­zung men­schen­recht­li­cher Sorg­falts­pro­zes­se. Tel.: +49 0 30590 09 94 30 E‑MailhelpdeskWiMR@wirtschaft-entwicklung.de  
  • adel­phi ist eine unab­hän­gi­ge Denk­fa­brik und füh­ren­de Bera­tungs­ein­rich­tung für Kli­ma, Umwelt und Ent­wick­lung. Das deut­sche Lie­fer­ket­ten­sorg­falts­pflich­ten­ge­setz greift auf Bera­tungs- und For­schungs­ar­bei­ten zurück, mit denen adel­phi den Pro­zess rund um men­schen­recht­li­che und umwelt­be­zo­ge­ne Sorg­falts­pflich­ten in Lie­fer- und Wert­schöp­fungs­ket­ten maß­geb­lich unter­stützt hat. adel­phi unter­stützt dar­über hin­aus Unter­neh­men dabei, schritt­wei­se das Kon­zept der unter­neh­me­ri­schen Sorg­falt umzu­set­zen. Bei Fra­gen und Inter­es­se an der Zusam­men­ar­beit für die Ent­wick­lung einer indi­vi­du­el­le Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie für Ihr Lie­fer­ket­ten­ma­nage­ment, kon­tak­tie­ren Sie uns ger­ne unter: Tel.: +49 (30) 8900068–0/ E‑Mailoffice@adelphi.de 
  • KMU Kom­pass: Ein Tool für klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men zur unter­neh­me­ri­schen Sorg­falt. Das Tool führt die Nutzer*innen Schritt für Schritt durch den Pro­zess. Es ste­hen Pra­xis­hil­fen und wei­ter­füh­ren­de Links zur Umset­zung zur Ver­fü­gung. 
  • CSR Risi­ko-Check: Mit die­sem Tool für die Risi­ko­ana­ly­se kön­nen Nutzer*innen die loka­le Men­schen­rechts­si­tua­ti­on sowie Umwelt‑, Sozi­al- und Gover­nan­ce­the­men ein­schät­zen. Es gibt die Mög­lich­keit nach Produkt/Rohstoff/Dienstleistung sowie Her­kunfts- bzw. Pro­duk­ti­ons­land zu fil­tern. 
  • ENCORE: Tool von Natu­ral Capi­tal Alli­an­ce – dort kann man sich für ver­schie­de­ne (Vorleistungs-)Sektoren Ein­schät­zun­gen zu ver­schie­de­nen öko­lo­gi­schen Umwelt­aus­wir­kun­gen-Kate­go­rien anzei­gen lassen.
  • WWF Water Risk Fil­ter: Tool zur Ana­ly­se von Knapp­heits­ri­si­ken von Was­ser (bspw. zur Prü­fung bekann­ter Pro­duk­ti­ons­stand­or­te von Lie­fe­ran­ten und deren Vor­lie­fe­ran­ten). 
  • Envi­ron­men­tal Jus­ti­ce Atlas: Daten­bank für Infor­ma­tio­nen zu kon­kre­ten loka­len nega­ti­ven Ver­schmut­zun­gen, Scha­dens­fäl­len und Kon­flik­ten in Bezug auf die Umwelt. 
  • Außer­dem ist auch die Daten­bank der OECD hilf­reich, um gemel­de­te Beschwer­den und kon­kre­te Vor­fäl­le, sor­tiert nach Län­dern, The­men, Zeit­räu­men usw. zu fin­den. 

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