17 Zie­le im Fokus mit Ulri­ke Fröh­ling, Ver­te­te­rin für Trans­pa­ren­cy Deutsch­land im NFH

Nach einem abge­bro­che­nen Jura-Stu­di­um star­te­te Ulri­ke Fröh­ling ihren Berufs­weg im Axel-Sprin­ger-Ver­lag. In ihrer 40-jäh­ri­gen Lauf­bahn in der Medi­en­bran­che — haupt­säch­lich bei Axel Sprin­ger, aber auch mit einem Zwi­schen­schritt im ZEIT-Ver­lag — war sie für die kom­mer­zi­el­len Zie­le der Ver­la­ge zustän­dig. Seit ihrem Aus­schei­den aus dem Berufs­le­ben ist sie ehren­amt­lich tätig, zunächst im Vor­stand der Bür­ger­Stif­tung Ham­burg, seit acht Jah­ren ist sie Mit­glied bei Trans­pa­ren­cy Deutsch­land und für die Arbeits­grup­pe Trans­pa­renz in den Medi­en zustän­dig, seit fünf Jah­ren lei­tet sie die Trans­pa­ren­cy Regio­nal­grup­pe Ham­bur­g/­Schles­wig-Hol­stein/­Bre­men.

Ulri­ke, für wel­che SDGs setzt du dich mit dei­ner Orga­ni­sa­ti­on haut­p­säch­lich ein und wie kannst du das in die Arbeit des NFH Einbringen?

Ich per­sön­lich fin­de alle 17 SDGs wich­tig. In mei­ner Rol­le als Ver­tre­te­rin von Trans­pa­ren­cy Deutsch­land set­ze ich mich beson­ders für das Ziel 16 „Frie­den, Gerech­tig­keit und star­ke Insti­tu­tio­nen“ mit den Unter­zie­len Rechts­staat­lich­keit und Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung ein.

Wie bewer­test du den Umset­zungs­stand der sdgs in Hamburg?

Ham­burg ist in vie­len Aspek­ten der Trans­pa­renz­for­de­rung Vor­rei­ter aller Bun­des­län­der – noch immer ist das mitt­ler­wei­le fast 10 Jah­re alte Trans­pa­renz­ge­setz das umfas­sends­te und damit auch bes­te in der Bun­des­re­pu­blik, wenn auch die Novel­lie­rung Ende 2019 eini­ge Rück­schrit­te gebracht hat.

Mit der Umset­zung der SDGs in den vier Hand­lungs­fel­dern kann Ham­burg auch auf dem Gebiet der Nach­hal­tig­keit wie­der Vor­bild wer­den, ins­be­son­de­re wenn das Quer­schnitts­ziel Kor­rup­ti­ons­prä­ven­ti­on mit berück­sich­tigt wird.

Wor­in siehst du die größ­ten  Hebel­punk­te  Und Poten­tia­le für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung in Hamburg?

Trans­pa­ren­cy ist es gelun­gen, bereits im Vor­feld in der Work­shop-Rei­he „SDGs für Ham­burg“ das Ziel „Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung“ als Quer­schnitts­ziel über alle Hand­lungs­fel­der zu set­zen. Das ent­spricht unse­rer Hal­tung, dass Nach­hal­tig­keit nur gelin­gen kann, wenn Rechts­staat­lich­keit und Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung gleich­zei­tig mit­ge­dacht und ein­ge­plant werden.

Was sind aus dei­ner Sicht die not­wen­di­gen nächs­ten Schrit­te für die Umset­zung der SDGs in Hamburg?

Die erar­bei­te­ten Indi­ka­to­ren des NFH, die unter ande­rem auch eine erfolg­rei­che Kor­rup­ti­ons­prä­ven­ti­on beinhal­ten, sind ein ers­ter wich­ti­ger Schritt für die Umset­zung der Nach­hal­tig­keits­zie­le. Die Indi­ka­to­ren für den Nach­weis einer erfolg­rei­chen Kor­rup­ti­ons-Prä­ven­ti­on müs­sen unbe­dingt in den Imple­men­tie­rungs­pro­zess eines SDG-Moni­to­rings für Ham­burg ein­be­zo­gen wer­den. Die ver­ant­wort­li­chen Behör­den soll­ten in einem jähr­li­chen Nach­hal­tig­keits­be­richt Rechen­schaft able­gen zur Ent­wick­lung der Ziel­er­rei­chung mit­tels aus­sa­ge­kräf­ti­ger Indikatoren.

Was ist dei­ne per­sön­li­che Visi­on für Ham­burg im Jahr 2030?

Ham­burg ist erfolg­reich wei­ter­ge­kom­men auf dem Weg zur nach­hal­ti­gen und trans­pa­ren­ten Stadt! Nach der Ein­füh­rung des vor­bild­li­chen Hin­weis­ge­ber­schutz-Sys­tems in 2020 hat Ham­burg ein eben­so vor­bild­li­ches Com­pli­an­ce Manage­ment auf­ge­baut und eine Nach­hal­tig­keits-Stra­te­gie für die Kom­mu­na­len Unter­neh­men ein­ge­führt.

Vie­len Dank, Ulri­ke! Wir freu­en uns auf die Wei­te­re gemein­sa­me Arbeit mit dir!

Die Fra­gen und das Inter­view wur­den vor­be­rei­tet von Elvi­ra Hinz, wis­sen­schaft­li­che Refe­ren­tin des NFH.